Ein Blick für den richtigen Moment.
Zwischen München
und
Wildnis.
Wer an München denkt, hat oft ein sehr klares Bild vor Augen: Tradition, Stadtleben, Gemütlichkeit, vielleicht die Isar und die Nähe zu den Bergen. Dass es hier auch eine stille, weitgehend verborgene Wildnis gibt, sehen nur wenige.
Die Wildlife-Fotografie ist für mich ein bewusster Blick auf die heimische Natur – auf ihre Schönheit, ihre Ruhe, aber auch auf ihre Verletzlichkeit. Wer über Jahre draußen unterwegs ist, Tiere beobachtet und Lebensräume immer wieder aufsucht, erkennt schnell, wie sehr sich der eigene Blick verändert: Man sieht nicht nur besondere Momente, sondern auch, welchem Druck die Natur heute ausgesetzt ist – durch Jagd, Freizeitnutzung, forstliche Eingriffe und den schleichenden Verlust von Rückzugsräumen.
Genau das prägt meine Fotografie. Ich möchte nicht nur eindrucksvolle Begegnungen festhalten, sondern auch ein Gefühl für die Tiere und ihren Lebensraum vermitteln. Neben Beruf und Familie ist die Naturfotografie für mich ein wichtiger Ausgleich – getragen von Geduld, Respekt und dem Anspruch, die heimische Tierwelt so zu zeigen, wie sie ist: faszinierend, sensibel und schützenswert.
01. Die Tarnung
Naturfotografie bedeutet nicht, mit dem längsten Objektiv durch den Wald zu stapfen. Es bedeutet, Teil des Waldes zu werden. Wenn der Puls ruhiger wird, der Atem flacher und du für die Tiere um dich herum zu einem alten Baumstumpf wirst – dann beginnt die eigentliche Arbeit.
02. Das Scheitern
Die sozialen Medien zeigen immer nur die perfekten Momente. Was sie nicht zeigen: 5 Stunden im Matsch sitzen, ohne dass auch nur ein Vogel vorbeifliegt. Scheitern ist in der Wildnis keine Ausnahme, es ist die Regel. Das eine Bild, das gelingt, ist das Resultat von oft hundert Tagen des Wartens.
Der Wecker
Das Equipment ist am Vorabend gepackt (schön wärs). Der Kaffee heiß. Während die Stadt im tiefsten Schlaf liegt, beginnt die Fahrt zu den Rändern der Stadt. Pünktlichkeit bedeutet hier, lange vor dem Sonnenaufgang da zu sein.
Tarnung
Der Aufbau der Tarnung geschieht blind und lautlos. Kein Reißverschluss darf klemmen, kein Ast darf knacken. Sobald das Netz fällt, verschmelzen Mensch und Technik mit der Flora.
Der Moment
Die Sonne bricht durch den Nebel. Ein Schatten bewegt sich am Waldrand. Der Bruchteil einer Sekunde, in dem Auge, Linse und Tier sich begegnen. Dafür nehme ich die Kälte und Dreck in Kauf.